Arme Kinder - Reiches Land
"Kinderarmut - politisch gemacht?"
Vortrag und Diskussion mit
Prof. Friedhelm Hengsbach
Werner Rätz
Georg Rammer
Ana und Anda, Musik und Bühnenkunst
am Montag, den 14.Januar 2008, um 19:00 Uhr
im Jubez, Kronenplatz 1
Eintritt frei
Im August 2007 lebten 1,9 Millionen Kinder in Haushalten, die Sozialleistungen beziehen, also arm sind.
Kinder sind arm, weil ihre Eltern arm sind. Diese sind arbeitslos, beziehen einen Niedriglohn oder Arbeitslosengeld II, sind überschuldet oder Alleinerziehende. Arme Kinder leiden an materieller Entbehrung, sind gesundheitlich beeinträchtigt, besuchen seltener eine Kita, wiederholen häufiger eine Grundschulklasse, wechseln seltener aufs Gymnasium.
Dass es in einer reichen Gesellschaft arme Kinder gibt, ist beschämend und empörend. Sie kommen ohne Frühstück zur Schule. Ihnen fehlt das Geld, um das Mittagessen zu bezahlen. Am Schulausflug nehmen sie nicht teil. Die Einladung zur Geburtstagsfeier eines Freundes oder einer Freundin nehmen sie nicht an.
Ist Kinderarmut politisch verursacht? Die politisch Verantwortlichen sagen: Kinderarmut in Deutschland ist bekämpfte Armut. Aber das Kindergeld erreicht gerade 50% des sozio-kulturellen Existenzminimums eines Kindes. Hartz IV gesteht einem Kind pro Tag 2,50 für Essen und Trinken zu. Finanzmittel lösen nicht das Problem, behaupten die Politiker. Das Geld komme bei den Kindern nicht an, sondern bleibe bei den Eltern hängen. Ist diese Antwort eine weitere Facette der unseligen Missbrauchsdebatte?
Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach ist Mitglied des Jesuitenordens. Er hat Philosophie, Theologie und Wirtschaftswissenschaften studiert und ist Professor für Christliche Gesellschaftsethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main sowie Leiter des Oswald-von-Nell-Breuning-Instituts für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik.
Werner Rätz, studierte Politik, Philosophie und Geschichte, Ratsmitglied von Attac Deutschland, Attac-AG „Genug für alle“, die sich mit der Entstehung von Armut in Deutschland beschäftigt, Mitglied Informationsstelle Lateinamerika u.a.
Georg Rammer, Dipl. Psychologe, Attac Karlsruhe,
formuliert die
Forderungen von attac Karlsruhe zur Chancengleichheit und sozialen Gerechtigkeit
ANA & ANDA sind ein Duo für Musik und Bühnenkunst aus Karlsruhe. Sie haben einen speziellen Beitrag für unser Thema geschrieben, welches hier seine Uraufführung erlebt.
( Folgeveranstaltung am 24. April 2008 )
Christoph Butterwegge/Michael Klundt:
Kinderarmut und Generationengerechtigkeit (PDF; 12 Seiten)
Friedhelm Hengsbach:
"Soziale Gerechtigkeit in der Schieflage?" (28 Seiten)
Gerda Holz:
"Kinderarmut verschärft Bildungsmisere"
UNICEF:
Kinderarmut in reichen Ländern steigt
Internationale UNICEF-Vergleichsstudie: Zunahme in Deutschland höher als in den meisten OECD-Staaten
16.01.2008 BNN-Bericht über die o.g. Veranstaltung:
„Feldzug der Eliten gegen den Sozialstaat“
27.07.2006 Süddeutsche Zeitung:
Leben auf Sozialhilfeniveau
Kinderarmut hat sich seit 2004 verdoppelt in Deutschland
26.02.2006 Bundeszentrale für politische Bildung:
Kinderarmut - Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 26/2006; PDF, 40 Seiten)
http://www.kinder-armut.de/
http://www.schaunichtweg.de/startseite.htm
http://www.awo.org/pub/substichworte?subjects:list=Kinderarmut&menutitle=Stellungnahmen/%20Konzepte%20-%20Kinderarmut