Bahn unterm Hammer
Ein Film gegen den Ausverkauf der Bahn
von Hermann Lorenz und Lesley Franke
am Mittwoch, den 24.10.2007 um 19:30 Uhr
im Zieglersaal des Restaurant "Akropolis",
Baumeisterstr. 18, Karlsruhe-Südstadt
Filmvorführung - Information - Podiumsdiskussion
mit
Hermann Lorenz (Filmemacher)
Klaus-Peter Gussfeld (BUND)
Gerhard Stolz (Ex-M.d.L. Ba-Wü, DIE GRÜNEN)
Johannes Stober (M.d.L. Ba-Wü, SPD)
Plünderungspläne stoppen!
Keine Bahnprivatisierung zu unseren Lasten!
Wie Millionen Bürger/innen wünschen wir uns eine Bahn, die fahrgastfreundlich,
preisgünstig und zuverlässig ist und die für schnelle und häufige Verbindungen
zwischen den Zentren und in der Fläche sorgt. Wir Bürger/innen sind auf die Bahn
angewiesen, wenn wir zum Arbeitsplatz pendeln, am Wochenende Freunde und Familie
besuchen oder uns auf Geschäftsreise begeben. Gerade angesichts des Klimawandels ist die Bahn für uns eine umweltschonende Alternative zu Auto oder Flugzeug.
Doch all dies steht auf dem Spiel. Die Bundesregierung will die Bahn privatisieren.
Nach ihrem Beschluss von Ende Juli 2007 will sie die Deutsche Bahn (DB AG) zur Hälfte
an Kapitalinvestoren verkaufen – Gazprom und Lufthansa sollen genauso wie Hedge-Fonds
Interesse haben. Neben dem Betrieb würde auch das Schienennetz praktisch in den Besitz
der DB AG übergehen, die es bewirtschaften und bilanzieren soll.
Der Bund wäre nur noch auf dem Papier Eigentümer des Netzes.
Selbst seine Stimmrechte in der Hauptversammlung würde er an die DB AG abtreten.
Wenn diese Pläne Wirklichkeit würden, hätte das dramatische Folgen:
1. Schlechteres Angebot für die Bürger/innen
Kapitalinvestoren setzen einzig auf maximale Renditen.
Sie sind deshalb lediglich an gewinnbringenden Strecken
zu den Hauptverkehrszeiten und an möglichst hohen Preisen interessiert.
Zu Lasten von Bahnkund/innen: Weitere Schienenstrecken drohen stillgelegt,
Fahrpläne ausgedünnt, der Service verschlechtert, Fahrzeiten verlängert und
Fahrpreise angehoben zu werden.
2. Öffentliches Eigentum zu einem Bruchteil des Vermögenswertes verscherbelt
Nach offiziellen Angaben des Bundesverkehrsministeriums betrug das Bruttoanlagevermögen
der DB AG im Jahr 2005 181,4 Milliarden Euro. Die Bundesregierung kann beim Verkauf von 49%
der DB AG mit etwa 6,2 Milliarden Euro Erlös rechnen. Von diesem Erlös will sie wiederum
etwa die Hälfte an die DB AG zur Erhöhung des Eigenkapitals weitergeben. Zudem verpflichtet
sich der Bund zur Übernahme von 12 Mrd. Euro Schulden.
3. Keine politische Kontrolle bei der Verwendung von Steuergeldern
Nach der Bahnprivatisierung sollen weiter öffentliche Mittel für die DB AG fließen:
jährlich etwa 2,5 Mrd. Euro für Erhalt und Modernisierung des Netzes und 7 Mrd. Euro
für den Nahverkehr. Gelder, die zu zahlen sich der Bund über 15 Jahre verpflichtet,
ohne dass er über ihre Verwendung mitbestimmen kann.
4. Neue Haushaltsrisiken
Sollte die DB AG das Streckennetz nicht angemessen unterhalten, so kann der Bund das
Netz zurückfordern. Doch das würde teuer. Obwohl er eigentlich weiter im Besitz des
Netzes ist, müsste der einen Wertausgleich in Milliardenhöhe leisten – eine absurde Regelung!
5. Diskriminierung anderer Verkehrsanbieter
Die DB AG könnte als Betreiber des Netzes noch stärker andere öffentliche oder private
Verkehranbieter behindern, in dem sie von diesen hohe Trassenpreise verlangt oder von
diesen befahrene Strecken vernachlässigt.
6. Abbau sinnvoller und zukunftsträchtiger Arbeitsplätze
Der zu befürchtende massive Abbau von Arbeitsplätzen würde den Service weiter
verschlechtern und die Betriebssicherheit gefährden.
Wir müssen die Pläne der Bundesregierung zur Plünderung öffentlichen Eigentums verhindern.
Die Bahn muss sich an den Wünschen der Bürger/innen orientieren und nicht an den Interessen
von Kapitalinvestoren! Wir brauchen eine breite gesellschaftliche Diskussion über Alternativen.
Eine Alternative schlechter als der Status Quo ist nicht akzeptabel.
Fotos von der Veranstaltung
Meinungsumfrage (Der Tagesspiegel)
Teil 1 bis 4 des Films bei TV orange
27. Oktober 2008:
Wir fordern von der Bundesregierung:
Der Bahnbörsengang muss ausgesetzt werden!
Aufruf
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