„Genug für alle!“
Bericht über den 2. Kongress der Attac-Regionalgruppe Karlsruhe
Am Samstag, den 3. April 2004 veranstaltete Attac Karlsruhe anlässlich des Europäischen Aktionstages gegen Sozialabbau seinen 2. regionalen Kongress. Das diesjährige Motto lautete „Genug für alle! – Globalisierung und Sozialabbau“. Über 80 Gäste hörten in den Räumen des Jubez die Vorträge der Referenten, nahmen an verschiedenen Workshops teil und diskutierten über Perspektiven und Wege aus der Krise.
Grossen Anklang fand der Beitrag von Prof. Dr. Christoph Butterwege von der Universität Köln „Vom Wohlfahrtsstaat zum Wettbewerbsstaat“. Seine ebenso kritische wie scharfsinnige Analyse der gegenwärtigen Wirtschaftspolitik, von der zunehmenden Ausgrenzung sozial Schwacher bis hin zur Gefährdung demokratischer Grundwerte, traf den Nerv des Publikums und bot die Grundlage für lebhafte Diskussionen unter den Zuhörern bis zur Mittagspause.
Am Nachmittag dann, verteilten sich die KongressteilnehmerInnen auf drei Workshops zu folgenden Themen:
- „Arbeit, Beschäftigung und soziale Absicherung“, geleitet von Dr. Ulrich Fiedeler (Attac Karlsruhe) sowie Daniel Wolf von der Arbeitsgemeinschaft „Regiogeld“
- „Globalisiserung und Waffenlobby am Beispiel Süddeutschland“ mit Jürgen Grässlin, bekannt sowohl als Aktivist in mehreren rüstungskritischen Organisationen als auch durch sein Buch „Versteck dich, wenn sie schiessen!“
- „Kapitalismus außer Kontrolle – Zur Ideologie des Sharholder Value“ mit Reinhard Blomert, Autor des Buches „Die Habgierigen“.
Fundierte und informationsreiche Impulsreferate lieferten „Stoff“ zum Nachdenken, Nachfragen, Mitreden und „Mitspielen“ – so wurde im Workshop von Jürgen Grässlin mit großer Begeisterung eine Sitzblockade vor einem DaimlerChrysler-Werk nachgestellt und verbale Auseinandersetzungen mit der Werksleitung improvisiert…
Dem Abschlussplenum ging ein Vortrag von Peter Schönhöffer von Pax Christi und Attac Münster voraus, in dem er die Langzeitperspektiven der „neuen Internationale der Hofffnung“ in Form eines Gegenkonzeptes zur Gestaltung einer gerechten Globalisierung vorstellte. Während der anschließenden Podiumsdiskussion „verloren“ sich die TeilnehmerInnen zeitweilig in einer abstrakt-philosophischen Debatte zu Fragen von Moral und Ethik, die sich jedoch bald wieder der entscheidenden Frage zuwandte: Was können wir tun, um den Niedergang des Sozialstaates aufzuhalten und die Lebensqualität seiner BürgerInnen zu sichern?
Das Fazit: Aufklärung der BürgerInnen, Solidarität mit den Schwachen und Ausgegrenzten, Entlarvung der Wirtschaftslüge „Alternativlosigkeit“ und Organisation und Vernetzung von Aktiven und Gruppen, um ein menschliches Konzept der Globalisierung zu verwirklichen und den im Überfluss vorhandenen Reichtum gerecht zu verteilen, denn es gibt…
…genug für alle!
Pressekontakt Attac Karlsruhe: Carolin Franta, Dürerstr. 2, 76275 Ettlingen, cfranta@web.de