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PromiAdel

Das ist die Idee eines Papiers gegen den Promiwahn der heutigen Zeit, der von den Großen Medienkonzernen getragen wird und meiner Meinung nach entscheidend dazu beiträgt, das Selbstbewusstsien der Menschen zu untergraben.

In den Massenmedien werden immer häufiger Berichte über eigentlich völlig unwichtige Details aus dem Leben der Promis gebracht, die für den normalen Menschen als völlig über ihm stehend erscheinen sollen (IMHO).

Ich denke der Zweck dieser aggressiven promiberichterstattung ist es, den Menschen das Bewusstsein zu nehmen, dass die Promis auch Menschen sind, und vor allem ihr Selbstbewustsein zu untergraben, so dass sie immer mehr von Promis träumen, statt ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen, oder noch schlimmer: Kritisch über ihre Situation und die Gründe dafür nachzudenken.


Gehen wir einfach davon aus, dass Alles seine Richtigkeit hat. Wir wollen niemanden Böses unterstellen. Freie Medien sind einfach ganz normale Unternehmen, die Ihren Gewinn erhalten bzw. steigern wollen. Tausende Beschäftigte dort wollen/müssen Ihre Familien ernähren, ihre Kredite/Häuser bezahlen... Also bringen die Medien das, was gerne gelesen-gesehen-gehört wird. Ist daran etwas falsch? Sollten sie das nicht tun, werden sie untergehen (Arbeitsplatzverust!), und die Anderen Medien werden es dann doch tun. Also ist Alles so in Ordnung, wie es ist. Oder?

In der Freude über die große Freiheit geht aber eine Wahrheit unter: die Freiheit ist so groß, dass sie der Freiheit eines Alkoholikers im prallgefüllten Weinkeller ähnelt. Man hat die Freiheit, nur das wahrnehmen zu müssen, was man möchte, und das Unangenehme wird geleugnet, oder noch schlimmer - einfach übersehen, verschwiegen. Erfahrungsgemäß geht das Unangenehme ja sowieso nicht von alleine weg, morgen ist auch ein Tag, also verschieben wir es auf morgen und hoch die Tassen...

Ganz so schlimm finde ich es natürlich nicht. Das Selbstbewußtsein der Menschen, die nach derartiger Presse / Medien greifen, und erst darauf aufmerksam gemacht werden müssen, dass die sogenannten "Promis" ... "auch nur Menschen sind" ist ohnehin sehr niedrig. Eine staatliche Regulierung zum Zweck des "Schutzes" dieser Menschen halte ich für sinnvoll, aber es ist ein schwieriges Thema, welches erst jahrelang öffentlich diskutiert werden müsste. Es traut sich aber keiner an das Thema heran, wahrscheinlich sind wir ideologisch noch nicht ganz frei. Man kann aber nicht alles einfach mit dem abschreckenden Feindbild der kommunistischen Regulierung/Zensur niederbügeln. Feingefühl und ein gemeinsam abgestimmtes Maß wären zielfühender.

Und so bleibt uns vorerst das Mittel übrig, welches wir ohnehin schon haben: Achten und Ehren (Kaufen) von den Inhalten, die wir als wertvoll, sinnreich und vorbildlich ansehen. Die anderen Inhalte sind auch nützlich, notwendig und schließlich unvermeidbar - als abschreckendes Beispiel und Wegweiser in Richtung Abgrund.

-- AlexanderGehrecke - 12 Aug 2003


Ich glaube, es ist schlimmer als das. Viele haben nicht den Zugriff auf die alternativen Medien, weil es damit IMO genauso ist, wie mit dem Internet.

Wer sich auskennt, findet alles schnell, aber bis man erstmal den ersten Kontakt damit hat, selbst wenn man sucht, kann es lange dauern.

Ich unterstelle anderen nicht unbedingt Bösartigkeit. Langfristiges abstraktes Denken ist wohl eher die Ursache. Wenn ich nicht an die einzelnen Menschen denke, sondern nur an Kapital, Zuschauerzahlen usw., weil ich sonst rausfliege, dann verursache ich vielleicht Schaden, für den ich zuindest teilweise selbst die Verantwortung zu tragen habe. Einen anderen Teil tragen dann die, die mir den Druck machen, weil sie den Sender optimieren wollen. Ich denke, der Marktdruck, von dem sie reden, ist schlicht und einfach übertrieben, vielleicht auch um sich selbst reinzulegen, um nicht über das nachdenken zu müssen, was sie tun. Sachzwänge wird das dann genannt, und sie haben die Absolution zu tun, was sie wollen.

Kurz mal zu denken: "Wenn die Leute sich mehr an die Promis hängen, machen wir mehr Geld", und das dann umzusetzen, weil man sonst das Gefühl hat, zu verlieren, ist einfach.

Stattdessen wäre mehr Information IMO besser, und mehr Regionales Fernsehen (es gibt in einigen Bundesländern Sender, in denen einfach jeder produzieren kann. Sowas müsste noch stärker staatlich gefördert werden).

Außerdem wäre ich dafür, dass jede Webseite eine zusätzliche Linkseite zu ähnlichen Seiten haben sollte, auch wenn sie Konkurrenz sind.

Zuletzt frage ich mich, ob die Leute vielleicht an diesem ganzen Star-Wahn hängen, weil sie die Alternativen einfach nicht vor Augen haben, schließlich läuft auf den Sendern fast dasselbe. Den Sendern fehlt das Profil, und in der Deutschen Fernsehlandschaft gibt es schließlich kaum Alternativen, zumindest keine, die man einfach so anschauen kann (IMHO). Ein Science-Fiction Channel wäre klasse.

Wir brauchen, denke ich, auch Kabelzugang für ganz normale Freaks.

-- ArneBab - 13 Aug 2003

Version r1.3 - 13 Aug 2003 - 13:46 GMT - ArneBab
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