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UeberAttac

Politisches Denken und Handeln ist gefragt

Angesichts der unüberschaubaren Ungleichverteilung von politischer Macht und wirtschaftlichen Ressourcen entstehen derzeit große neue soziale Bewegungen. Durch sie artikuliert sich eine emanzipatorische Politik. Attac ist eine dieser Bewegungen.

Wer oder was ist Attac?

Attac ist ein breites gesellschaftliches Bündnis als Gegenmacht zu den vermeintlichen Sachzwängen der Globalisierung und den entfesselten Kräften der Märkte. Ausgehend von Frankreich haben sich in 50 Ländern über 90.000 Menschen und Organisationen aus der Umwelt- und der internationalen Solidaritätsbewegung, kirchliche Kräfte und Gewerkschaften zu Attac zusammengeschlossen. Aber Attac ist nichts ohne die Vielen, die bisher in keiner dieser Gruppen ihren Platz fanden. Attac richtet sich daher an alle, die nicht mehr ohnmächtig zuschauen wollen, wie Politik und Wirtschaft ihre Zukunft verspielen. Attac steht dabei für vielfältige und kreative Aktionsformen: von der Information über Diskussion bis zum Protest, von Infoveranstaltungen über spektakuläre Aktionen bis zum Straßentheater vor Ort. Attac setzt darauf, möglichst viele Menschen zu gewinnen und mit ihnen gemeinsam zu handeln.

Ursprung
Unter dem Titel "Die Marktkräfte entwaffnen" erschien im Jahr 1997 ein Artikel von Ignacio Ramonet in der „Le Monde Diplomatique“. Da war der Beginn der Erfolgsgeschichte von Attac. Vor dem Hintergrund der verheerenden Folgen der Asienkrise umriss Ramonet die Idee, einer weltweiten Organisation zur Einführung einer Divisenumsatzsteuer, der sogenannten Tobin-Steuer zu gründen. Dieser Aufruf wurde von Tausenden Lesern sogleich aufgegriffen . und im Juni 1998 wurde Attac als -„Association pour une Taxation des Transactions financières pour l’Aide aux Citoyens“ gegründet – zu deutsch “ Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen zum Wohle der Bürger“. Die Bewegung verstand sich von Beginn an als international und hat sich in bisher in 50 Ländern auf fünf Kontinente ausgedehnt. Parallel zur geographischen Ausdehnung fand auch eine thematische Ausweitung anfang auf die Problematik der liberalisierten Finanzmärkte und mittlerweile auf das gesamte Globalisierungsthema statt. So umfasst das Attac-Programm mittlerweile eine breite Forderungspalette von der grundlegenden Umgestaltung der internationalen Finanzarchitektur über den Schuldenerlass für Entwicklungsländer und die Verteidigung sozialer Sicherungssysteme bis zur Verhinderung einer neuen Welthandelsrunde.

Attac als Bildungsbewegung mit Aktionscharakter und Expertise
Attac versteht sich als Bildungsbewegung, die zu einer ökonomischen Alphabetisierung beitragen will. Vorträge, Publikationen, Podiumsdiskussionen und eine intensive Pressearbeit vermittlen wir einer breiten Öffentlichkeit die komplexen Zusammenhänge der Globalisierungsproblematik und zeigen Alternativen zum neoliberalen Dogma auf . Komplexe Themen brechen wir auf klare und vermittelbare Forderungen herunter und bieten gleichzeitig eine fundierte Analyse. Zentrale Bedeutung übernimmt hierbei der wissenschaftliche Beirat, der die inhaltliche Arbeit von Attac kritisch begleitet und mit ihrer Expertise unterstützt. Mit Aktionen soll der notwendige Druck auf Politik und Wirtschaft zur Umsetzung der Alternativen erzeugt werden.

Attac – Veränderung beginnt vor Ort
Im Mittelpunkt stehen bei Attac die Menschen, die vor Ort und in bundesweiten Aktionsgruppen und Arbeitskreisen aktiv werden. In über 250 Orten gibt es bereits Attac-Gruppen. Sie machen beispielsweise kreative Aktionen gegen die neue Welthandelsrunde der WTO oder vor der Filiale eines in Steueroasengeschäfte verwickelten Konzerns. Sie arbeiten inhaltlich an Attac-Themen und organisieren Informationsveranstaltungen.

Attac-Deutschland
Nach der Gründung von Attac-Deutschland Anfang 2000 stieg die Zahl der MitgliederInnen in den vor allem in den Jahren 2002 und 2003 enorm an. Der Anstieg hat sich mittlerweile verlangsamt und liegt jetzt bei 16000 Mitgliedsorganisationen und EinzelmitgliederInnen (http://www.attac.de/interna/mitglied.php). Es gibt über 250 lokale Attac-Gruppen in Deutschland. In welchem Ort welche Gruppe aktiv ist findet ihr hier.

Weitere Infos gibt es auch hier: http://shop.attac.de/

Was ist Attac nicht?

Attac distanziert sich von jeglichen Arten der Diskriminierung, ob wegen religiöser oder sonstiger Gründen, wie auch von jeglicher Anwendung von verletzender Gewalt.

Was sind die Ziele von Attac?

Die Grundlegenden Ziele von Attac sind in der Attac-Erklärung und im Attac-Selbstverständnis festgeschrieben.

Konkretere Ziele sind:

Struktur / Organe von Attac Deutschland

Das Konsens-Prinzip
Entscheidungen in allen Organen im Konsens herbei geführt (max. 10% Gegenstimmen toleriert). Unpolitische Fragen (Finanzen, Ort des Ratschlages,...) können mit einfacher Mehrheit entschieden werden.

Der Ratschlag
eine Vollversammlung aller MitgliederInnen und Interessierten, ist oberstes Entscheidungsgremium. Er findet zweimal Jährlich statt. Hier werden grunsätzliche Entscheidungen über Strategie und Ziele von Attac und neue Kampagnen und Projekte getroffen. Der Ratschlag bestimmt die MitgliederInnen des Koordinierungskreises und des Attac-Rates.

Der Koordinierungskreis
Arbeitsgremium, das sich mind. monatlich trifft. Er vertritt Attac im Rahmen der Beschlüsse des Rates und des Ratschlages nach außen, organisiert die bundesweiten und internationalen Aktionen und regelt den Informationsfluss.

Der Attac-Rat
Weitreichende strategische Empfehlungen (vier Mal pro Jahr, öffentlich, ohne Presse). Vernetzung der Gruppen und Mitgliedsorganisationen. Vorbereitung der Ratschläge. Legitimierung der bundesweiten Arbeitszusammenhänge (Schwerpunkte, AG`n, Kampagnen).Terminkoordination bundesweiter Veranstaltungen.

Das Büro
Es wird vom Ko-Kreis eingesetzt und kontrolliert. Es verwaltet Attac und unterstütz auf vielerlei Weise, trifft jedoch keine politischen Entscheidungen.

Die bundesweiten Arbeitsgruppen (AG)
Sie vertreten, wenn sie vom Rat anerkannt sind, ihre Arbeit selbständig nach außen.

Ortsgruppen
(ca. 250 in Deutschland)

Regionen
(die nach Nord/Ost/Süd/West zusammengehörigen Ortsgruppen)

Wissenschaftlicher Beirat
Der wissenschafltliche Beirat besteht aus anerkannten WissenschaftlerInnen der Ökonomie, Politik und Soziologie, die die Bandbreite der progressiven wirtschaftspolitischen Diskussionen wiederspiegeln. Ihm gehören an:
Prof. Elmar Altvater (FU-Berlin)
Dr. Regine Barth (Leiterin der Abteilung Recht am Öko-Institut Darmstadt)
Prof. Thea Bauriedel (polit. Psychologie)
Prof. Adelheid Biesecker (Professorin für ökonomische Theorie an der Uni-Bremen)
Dr. Jürgen Borchert (Jurist)
Dr. Uli Brand (Soziologe, Uni Kassel)
Dr. Achim Brunnengräber (FU Berlin)
Prof. Frank Deppe (Uni Marburg)
Dr. Heiner Flassbeck (UNCTAD)
Dr. Kuno Füssel (Theologe)
Mathias Greffrath (Journalist, Mitglied der SPD-Grundwertkommission)
Dr. Wolfgang Hein (Dt. Übersee Institut Hamburg)
Prof. Friedhelm Hengsbach (Kath. Hochschule St. Georgen)
Dr. Detlef Hensche (Rechtsanwalt, ehem. Vors. IG Medien)
Dr. Stefan Hessler (Soziologe, Uni Frankfurt)
Prof. Rudolf Hickel (Uni Bremen)
Prof. Jörg Huffschmid (Uni Bremen)
Prof. Hartwig Hummel (Politologe, Uni Düsseldorf)
Prof. Claus Leggewie (Uni Giessen)
Dr. Stefan Lessenich (Soziologe/ Politologe, Göttingen)
Prof. Birgit Mahnkopf (FHW Berlin)
Prof. Klaus Meschkat (Soziologe, Uni Hannover)
Prof. Maria Mies (Soziologin)
Prof. Mohssen Massarrat (Uni Osnabrück)
Dr. Ulrich Petschow (Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung, Berlin)
Prof.Dieter Rucht (Wissenschaftszenztrum Berlin, Politologe)
Dr. Wolfgang Sachs (Wuppertal Institut)
Dr. Thomas Sauer (ehem. FHW Berlin)
Dr. Claus Schäfer (WSI)
Prof. Christoph Scherrer (GHS Kassel)
Dr. Ingo Schmidt (FHTW Berlin)
Prof. Herbert Schui (Ökonom, HWP)
Dr. Christa Wichterich (Publizistin, Bonn)
Prof. Brigitte Young (Uni Münster)

Ausführliche Informationen über Attac-Deutschland und über die vielen Aktivitäten, die von diesem Netzwerk organisiert werden, finden Sie unter www.attac.de.

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Dateiname: Größe: Kommentar:
 selbstverstaendnis011101.pdf 42 kB Selbstverständnis von Attac-Deutschland

Version r1.31 - 12 Mar 2009 - 15:08 GMT - FranzEschbach
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