Mit dem Bau des weltweit drittgrößten Staudammprojekts, dem Ralco in Chile, war die indigene Kultur der Mapuche-Pehuenche dem Untergang geweiht - ihr Stammesgebiet wurde unter der angestauten Wasserfläche des Bío Bío Flusses begraben. 1997 erwarb der spanische Energie-Konzern ENDESA den gesamten Fluss vom chilenischen Staat. Staatspräsident Eduardo Frei war mit einer Firma persönlich an ENDESA beteiligt. Unter seiner Regierung erfolgten die Kriminalisierung und Inhaftierung von Mapuche-Anführern. 2003 verließen die letzten Familien ihr Land, wurden umgesiedelt und müssen heute für den Strom, der aus der Überflutung ihres Besitzes gewonnen wird, bezahlen.
Der Dokumentarfilm "Abschalten!" von Manel Mayol rekonstruiert die dramatischen Ereignisse beim Bau des Ralco-Staudamms und zeigt den mutigen Widerstand der indigenen Bevölkerung Chiles. Angehörige der Mapuche-Pehuenche beschreiben, wie sie bei den Landverkäufen übergangen und die Schutzgesetze der Indigenas missachtet worden sind. In klaren Worten analysieren sie ihre Lage zwischen IWF, Weltbank und postkolonialen Strukturen. Ihr Recht zum Widerstand leiten sie nicht zuletzt aus den widerfahrenen Intrigen und der Komplizenschaft des chilenischen Staates ab. 95 Prozent der chilenischen Urbevölkerung kamen im Laufe der Geschichte im Widerstand gegen die spanischen Besatzer um. Heutzutage sehen sie im Kapitalismus und in multinationalen Konzernen wie ENDESA - aktuell Übernahmekandidat der deutschen EON - ihre Hauptfeinde.