Nie zuvor klaffte die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland so weit auseinander wie gegenwärtig. Nie zuvor war die Ungewissheit der Menschen so groß. Leere öffentliche Kassen auf der einen Seite, hohe Unternehmensgewinne und Renditen auf der anderen. Hartz-IV-Empfänger und Ein-Euro-Jobber hier - deregulierte Arbeitsmärkte und die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" dort. "Des Wahnsinns letzter Schrei" stellt die Befürworter der globalisierten Arbeitswelt mit ihren Niedriglohnsektoren den davon Betroffenen gegenüber. Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger schildern ihr Leben unterhalb der Armutsgrenze. Die politisch Verantwortlichen rufen derweil ungerührt zu mehr Eigeninitiative auf.
Anhand von Statistiken und Statements von Juristen, Ökonomen und Politikern zeigt der Dokumentarfilm in zehn Kapiteln die aktuelle ideologische Neuausrichtung. Die Regisseurinnen Bärbel Schönafinger und Tanja von Dahlern haben Kongresse und Parteiveranstaltungen besucht sowie Interviews mit Wissenschaftlern, Journalisten und Politikern geführt. Ihre Dokumentation hinterfragt die Ideologien der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" oder der Bertelsmann Stiftung. Die gegenwärtige Wirtschaftsflaute wird dazu genutzt, um eine neoliberale Stimmung zu erzeugen, in der der eingeschlagene ökonomische Kurs als einzig mögliche Marschrichtung erscheint.