Rose, Nadine und Jacqueline sind zusammen 240 Jahre alt. Die drei alten Damen gehen noch immer einer Beschäftigung nach, mit der sie sich die Langeweile des Rentnerdaseins vertreiben. Rose arbeitet zwei Tage pro Woche in einem Schönheitssalon, wo sie die brüchigen Fingernägel ihrer Kundschaft pflegt. Außerdem übt sie sich in Eiskunstlauf und Geigenspiel. Die damals aus der Sowjetunion emigrierte Nadine veranstaltet in ihrer Wohnung Hauskonzerte mit russischen Straßenmusikern. Selbst als sie ins Krankenhaus muss, versteht sie es geschickt, den dortigen Konzertsaal für ihre Zwecke zu nutzen. Jacqueline ist Schriftstellerin und hat bereits als 30-jährige ein Werk über weibliche Sexualität verfasst. Sie bemüht sich, ihre Manuskripte bei erlagen unterzubringen, auch wenn sie jene nicht auf Anhieb im Computer wiederfindet.
Die drei in der französischsprachigen Schweiz lebenden Frauen sind das beste Beispiel für einen selbst bestimmten Umgang mit den eigenen Bedürfnissen und der eigenen Lebenszeit. Anstatt sich den Widrigkeiten des Alters hinzugeben, nehmen Rose, Jacqueline und Nadine ihr Schicksal in die Hand.
"Herb, mein Herbst?" zeigt ein anderes Bild von älteren Menschen, als es die Medien gewöhnlich transportieren. Der Dokumentarfilm handelt nicht von der Verlängerung der Lebensarbeitszeit im Zeitalter schrumpfender Rentenkassen, sondern vom Versuch dreier couragierter Frauen, ihrem Leben - trotz vieler Belastungen und Fehlschläge - Selbstständigkeit und Würde zu verleihen.