Jasmin, Pascal und Patrick leben in Köln, sind 20 Jahre alt und haben ein gemeinsames Problem: sie sind ohne Schulabschluss. Im Projekt "Betrieb und Schule" (BUS) wollen sie die Hauptschule nachholen und gleichzeitig über ein Betriebspraktikum den Weg ins Berufsleben finden. Ihre Begeisterung und Motivation hält sich dabei in Grenzen. Ein Ziel vor Augen zu haben und gradlinig zu verfolgen, haben sie in der Schule nicht gelernt. Sie stammen aus Familien, die ihnen keine große Unterstützung geben können. Die schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt und der harte Kampf um die wenigen verfügbaren Stellen, vermittelt den Dreien das Gefühl, nicht gebraucht zu werden und zu versagen.
"Wir leben im 21. Jahrhundert" zeigt einen Ausschnitt aus dem Leben von drei Jugendlichen, die auf der Suche nach einem Platz im Arbeitsleben schmerzliche Niederlagen einstecken, aber auch in kleinen Schritten Siege erringen. Der Dokumentarfilm von Claudia Indenhock gewährt Einblick in die Welt des Niedriglohns, ohne dabei den didaktischen Finger zu erheben. Geduldig zeigt Indenhock drei sozial benachteiligte Jugendliche, denen Orientierung und Perspektive fehlt, weil sie immer wieder durch das Raster der vorhandenen Bildungsstrukturen fallen. Anstatt zu resignieren, bemühen sich die drei Protagonisten, aus der Chance, die ihnen das Kölner BUS-Projekt gibt, etwas zu machen. Dass es unter diesen "Sozialverlierern" am Ende wieder Gewinner und Verlierer gibt, stellt einmal mehr die Frage nach sozialer Chancengleichheit vor dem Hintergrund einer inhumanen Ökonomie, wo nur der körperlich Fitte und geistig Rege überlebensfähig ist.